Gesellschaft
Zwischen 1958 und 1962 führte der Verhaltensforscher John B. Calhoun ein Experiment durch. In einem Paradies für Mäuse mit unbegrenztem Zugang zu Futter und Wasser und viel Platz, wollte er untersuchen, wie sich soziale Dynamiken in einer wachsenden Population entwickeln.
Vier Mäusepaare wurden ins Paradies gesetzt. Die Mäusepopulation wuchs, soziale Strukturen bildeten sich, das Leben blühte. Nach etwa 317 Tagen stagnierte das Wachstum. Ab einer Anzahl von rund 600 Tieren traten massive Verhaltensstörungen auf: Dominanzkämpfe, Isolation, unkontrollierte Aggressionen, Rückzug und sogar Apathie. Der Niedergang hatte begonnen. Vier Jahre und zehn Monate nach der Ansiedlung verstarb die letzte Maus. Sozialwissenschaftler verwenden heute das Experiment, um ihre Entvölkerungsprogramme zu begründen.
Franz Hofnarr
A- 3500 Krems
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