Mutige Priester Südtirols während der Zeit des Faschismus
Nach Erscheinen meines Nachrufes auf Günther Rauch und der Buchbesprechung seines wichtigsten Buches, erhielt ich erstaunlicherweise einige Zuschriften des Inhalts, daß man „diese Geschichte nicht so dramatisieren solle.“ Ich erwidere: „Diese Geschichte“ ist geprägt von sehr viel Leid und Tod, Verbannung und Folter und staatlichem Terror, wie unten noch berichtet wird. Der Faschismus kommt heute im Mantel der Demokratie auf sehr leisen Sohlen: Der Senat in Rom hat eine tiefgreifende Änderung eines Wahlkreises beschlossen, der auf die Initiative von Alessandro Urzì von der Partei Fratelli d'Italia zurückgeht, der Partei der eindeutig faschistischen Ministerpräsidentin Meloni. Das erklärte Ziel ist es, in dem neu geschaffenen Wahlkreis Bozen einen Sitz für einen italienischen Kandidaten für alle Zukunft abzusichern: gegen den erklärten, massiven Widerstand der allermeisten wahlberechtigten Tiroler, die in den letzten Wochen in den betroffenen Gemeinden große, bestens besuchte Protestversammlungen abhielten. Der bisherige Wahlkreis wird stark verkleinert und umfaßt nur noch die Städte Bozen und Leifers. Damit ist still und heimlich die italienische Mehrheit zementiert. Das restliche Unterland (inkl. der Gemeinden Pfatten und Branzoll) wird aus dem Bozner Bereich herausgelöst und dem Wahlkreis Meran-Vinschgau zugeschlagen. Der faschistische Ungeist des Mussolinis lebt somit weiter, er gedeiht zum Verderben der Tiroler!
Als Ettore Tolomei, der „große Patriot und reinste Faschist“ (grande patriota, fascista purissimo) am 25.5.1952 in Rom starb, würdigte das demokratische Italien dessen „Verdienste“ mit einem Staatsbegräbnis, an dem Regierungskommissar Edoardo Bisia als offizieller Vertreter des Staates teilnahm und Ministerpräsident Alcide De Gasperi einen Kranz spendete. Der Tod Tolomeis wurde in der italienischen Tageszeitung „Alto Adige“ mit großen Schlagzeilen der Trauer mitgeteilt:
„Ettore Tolomei, der kämpferische Apostel der Italianità, ist tot“. Die Selbstverständlichkeit und Unbefangenheit, mit der Rom zu Tolomei und seinem Werk stand, widersprachen demokratischen Bekenntnissen. (…) Carlo Battisti veröffentlichte einen ausführlichen Aufsatz zum Leben und Werk Tolomeis, wobei er besonders dessen Leistung hervorhob, eine „neue offizielle Ortsnamengebung in Südtirol erreicht zu haben, die praktischen Erfordernissen entsprach und deshalb keinen wissenschaftlichen Wert haben kann.“ (Zum Tod Tolomeis siehe: Dolomiten, 31.05.1952, 07.06.1952 und 11.06.1952; Alto Adige, 31.05.1952 und 26.06.1952; L’Adige, 04.06.1952)
Damit gab Carlo Battisti, als Nachfolger des Tolomei im „Archivio per l’Alto Adige“ [Archiv für Südtirol] unumwunden zu, daß die Ansichten Tolomeis im Bereich der Ortsnamen nur der Besetzung und Eroberung neuen Gebietes gedient hatte. Tolomei wurde von Battisti gelobt und er stellte damit seinen eigenen wissenschaftlichen Ruf in Zweifel. Bis heute hat sich das „Istituto di Studi per l’Alto Adige“ und das „Archivio per l’Alto Adige“ nie von Tolomei und seinem Werk distanziert! Zum Thema Südtirol vertreten die Nachfolger Tolomeis nach wie vor einen faschistischen Standpunkt, wie sie es mehrfach unterstrichen haben.
In dem 1963 von Carlo Battisti herausgegebenen Sammelband „L’Alto Adige nel passato e nel presente“ [Südtirol in Vergangenheit und Gegenwart] wird konsequent die seit den ersten Ausgaben des „Archivio per l’Alto Adige“ verfolgte Linie weitergeführt, der zufolge Südtirol ein „Teil der italienischen Erde sei“. Auch diese Publikation wurde vom italienischen Staat subventioniert. Mehrfach wird Carlo Battisti vom ominösen „Ufficio per le zone di confine“ [Grenzzonenamt] für seine politisch-propagandistische Arbeit zu Südtirol gelobt: „für seine immer agile polemische Ader“. Die Tageszeitung der „L’Adige“ kam anläßlich des Todes von Tolomei zum Ergebnis:
„Die Zeiten haben sich seit ihm geändert. Heute leben wir in einem demokratischen System, und dieses System muß ohne weiteres mit allen Kräften verteidigt werden. Aber deswegen soll man die Ideale nicht vergessen, für die Tolomei sein ganzes Leben lang gekämpft hat.“ (L’Adige, 30.05.1952).
Diese Haltung wurde zur gängigen, bis heute vielfach gültigen italienischen Formel, um die Ergebnisse der faschistischen Politik unter demokratischen Vorzeichen aufrecht erhalten zu können. Tolomei war jedoch kein Demokrat, er hatte das demokratische System abgelehnt und sah im Faschismus seine „Ideale“ verwirklicht, von dem er sich erst nach dem Sturz Mussolinis abwandte: Allerdings nicht, weil er die Übel und Verbrechen dieser Ideologie erkannt hatte, sondern weil der Faschismus seiner Meinung nach nicht fähig war, Südtirol endgültig zu italianisieren. Mit seinem Tod versuchte man von italienischer Seite das Werk von der Person zu trennen, um sich von seiner Politik zu distanzieren, jedoch gleichzeitig sein „Werk“ erhalten zu können. Dabei gab es nie zwei Tolomeis, sondern nur den fanatisierten Politiker Tolomei, der die Wissenschaft für seine politischen Ziele mißbrauchte. Zwischen Demokratie und Tolomei, seinen „Idealen“ und seinem Werk gibt es keine Verbindung und kein Auskommen“ (Quelle: Mag. Peter Paul Rainer, Dissertation „Die Ortsnamenfrage in Südtirol“, Bozen 1996).
Ab 1945 und der erneuten Inbesitznahme Südtirols durch Italien, entgegen dem einhelligen Willen der Tiroler, spitzte sich Monat für Monat, Jahr für Jahr, die Lage im Land immer weiter zu. Das Tiroler Volk, vor allem die mutigen Pfarrer aller Südtiroler Gemeinden, begannen sich friedlich zu wehren: es wurden die Unterschriften aller wahlberechtigten Männer und Frauen Südtirols gesammelt und nach Innsbruck geschmuggelt. Sie sollten an die Außenminister der Siegermächte weitergeleitet werden. Hier folgt ein winziger Ausschnitt aus einer dieser Listen, wo am Kopf zu lesen ist: „Es ist unser unerschütterlicher Wunsch und Wille, dass unser Heimatland Südtirol vom Brenner bis zur Salurnerklause mit Nordtirol und Österreich wieder vereinigt werde. Wir bestätigen dies mit unserer Unterschrift.“ Derselbe Text wurde nochmals in Englisch angefügt.
Nur zur Gedächtnisauffrischung für ungläubige Leser: nach Mussolinis Machtergreifung wurde Deutsch als Unterrichtssprache in den Schulen Südtirols verboten und Italienisch zwangsweise eingeführt. Die deutschen Schulen wurden aufgelöst und die Lehrer entlassen oder nach Süditalien versetzt. Das wird im gültigen Völkerrecht als Ethnozid bezeichnet.
Die Reaktion der Südtiroler darauf waren die „Katakombenschulen“, ein Geheimschulnetz in Scheunen, in Kellern und entlegenen Höfen und Häusern, in dem den Tiroler Kindern deutsch Lesen und Schreiben beigebracht wurde. Ohne diesen lebensgefährlichen Einsatz der Lehrer: Priester, Alte und Jugendliche, würde die heutige Generation kaum mehr die Muttersprache verstehen oder sprechen. Ausgenommen war nur der Religionsunterricht in deutscher Sprache, er war wegen der „Lateranverträge“ von 1929 legal. Italienisch wurde die Amtssprache in der Verwaltung und bei Gericht, deutsche Aufschriften, Familiennamen und Grabinschriften wurden zwangsweise vielfach italianisiert. Mitte der Dreißigerjahre setzte die vom Staat gesteuerte, massenweise Zuwanderung von Italienern ein. Lebten 1910 rund 7000 in Südtirol, so waren es 1939 schon über 80.000 Italiener. Die „Bozner Industriezone“, gewaltsam aus dem Boden gestampft durch die staatliche Zerstörung aller Obstkulturen rund um Bozen, machte diese zur mehrheitlich italienischen Stadt.
Die lügenhafte Politik Hitlers und sein Verrat an Südtirol wurde bereits in der Buchbesprechung von Günther Rauchs Buch thematisiert. Am 23. Juni 1939 einigten sich das NS-Regime, unter der Führung von Heinrich Himmler mit den Faschisten über eine sogenannte „Umsiedlung der Südtiroler“. Die Südtiroler mußten sich bis zum 31.12.1939 für die deutsche oder die italienische Staatsbürgerschaft entscheiden. Das bedeutete entweder die Heimat zu verlassen oder auf die eigene Sprache und Kultur zu verzichten.
Die katholische Kirche in Südtirol war in der Frage der Umsiedlung ebenfalls uneinig. Während der Brixner Fürstbischof Geisler offen für NS-Deutschland optierte, trat der Großteil des Klerus gegen die Option für das Deutsche Reich ein. Die Priester wiesen auf die Verfolgung der Kirche und auf das Euthanasieprogramm hin und wurden deshalb von ihrem Bischof der Zensur unterworfen.
„Im Kampf gegen Italiens Faschisten standen die Pfarrer ganz vorn“, schrieb der bekannte „Presse“-Redakteur Hans Werner Scheidl in seiner Besprechung des Buches von Dr. Helmut Golowitsch: „An der Seite des Volkes – Südtiroler Geistliche unter dem Faschismus 1918-1939“ (EFFEKT-Verlag, Neumarkt) und weiter schrieb Scheidl: „Die Priester waren heldenhaft“. Ich schließe mich diesem Urteil mit tiefem Respekt vor diesen dem Land treuen Männern und Frauen an und empfehle dieses Buch allen Christen, die sich über diese Zeit in Südtirol informieren möchten.
Die Liste von 130 bedrängten, staatlich bedrohten, verfolgten und mißhandelten deutschen Priestern und Ordensschwestern in Südtirol während der Zeit des Faschismus (30.10.1922 bis 1945)
- Agreiter, Peter, Pfarrer in Ober-Gsies, zeitweise behördliche Enthebung als Katechet
- Alfreider, Amandus, Kooperator in Enneberg, behördliche Enthebung als Katechet
- Amplatz, Alois, Pfarrer und Dekan in Meran, staatliches Verlangen nach Absetzung
- Arnold, Adalrich, Benediktinerpater in Muri-Gries, Enthebung vom Schuldienst, Verhaftung, Landesverweis
- Astfäller, Josef, Pfarrer in Latsch, behördliche Enthebung als Katechet
- Aufderklamm, Alois, Dekan in Deutschnofen, Geldstrafe und Arrest
- Bachmann, Gottfried, Kurat in St. Nikolaus-Kaltern, behördliche Enthebung als Katechet
- Bortolotti, Giovanni Battista, Pfarrer in Salurn, erzwungene Entfernung aus seinem Amt
- Bertagnolli, Jakob, Pfarrer in Villanders, behördliche Verwarnung, Androhung der Verbannung
- Bicek, Eremberta, Barmherzige Schwester, Entlassung aus dem Schuldienst
- Bozzetta, Ignatia, geistliche Lehrschwester in Bozen, behördliche Dienstenthebung
- Brugger, Valentin, Pfarrer in Telfes, behördliche Verwarnung, Androhung der Verbannung, Polizeiaufsicht
- Calliari, Josef, Kooperator in Branzoll, staatliches Verlangen nach Absetzung
- Celva, Heinrich, Pfarrer in Altrei, staatliches Verlangen nach Absetzung
- Christanell, Anton, Pfarrer in Atzwang-Völs am Schlern, staatliche Beschwerden über seine Person
- Clauser, Stanislava, Ordensschwester in Girlan, Unterrichtsverbot
- Clementi, Bartholomäus, Kurat in Pfatten, gerichtliche Anzeige
- Comploy, Engelbert, Kooperator in St. Ulrich im Grödental, Bedrohung durch Faschisten
- Corazza, Meinrad, Pater und Leiter eines Waisenhauses in Lana, staatliche Absetzung
- Corradini, Rudolf, Kooperator in Cortina in d’Ampezzo, Geldstrafe, gerichtliche Anzeige
- Delueg, Simon, Pfarrer in Salurn, Beschimpfung, Misshandlung, Bedrohung mit Revolver, Vertreibung aus Amt
- Dietl, Johann, Pfarrer in Kampenn, gerichtliche Anzeige
- Dosser, Johann, Pfarrer in Montan, staatliches Verlangen nach Absetzung
- Eberhard, Josef, Pfarrer in Glurns, behördliche Enthebung als Katechet
- Egger, Josef, Pfarrer in Tramin, staatliche Beschwerden über ihn
- Engl, Stefan, Pfarrer in Ridnaun, behördliche Verwarnung, Androhung der Verbannung, Polizeiaufsicht
- Falk, Alois, Dekan in Sterzing, Verhöre, behördliche Verwarnung, Androhung der Verbannung
- Federer, Johann, Kooperator in Terlan, Verbot des Religionsunterrichtes
- Frenademez, Pietro, Pfarrer in Cortina d’Ampezzo, blutige Misshandlungen, Zerstörung seiner Wohnung
- Frontull, Alfons, Kooperator in St. Andrä bei Brixen, auf behördlichen Druck hin Versetzung
- Gabalin, Alois, Kooperator in Algund, Verhaftung, staatliche Ermahnung, Bedrohung mit Verbannung
- Gamper, Michael, Kanonikus, Redakteur, staatliche Verwarnung, Drohung mit Verbannung und Berufsverbot
- Gasser, Franz, Kooperator in Lana, Hausdurchsuchung, Geldstrafe, Verwarnung, Drohung mit Verbannung
- Gasser, Josef, Kooperator in Altrei im Fleimstal, behördliche Enthebung als Katechet
- Geiser, Alois, Pfarrer in Branzoll, Entfernung aus der Pfarre, staatliche Verwarnung, Drohung mit Verbannung
- Gögele, Karl Alois, Dekan und Deutschordenspriester in St. Leonhard im Passeier, Hausdurchsuchung, gerichtliche Anzeige, Verwarnung, Androhung der Verbannung, behördliche Enthebung als Katechet
- Habicher, Franz, Geistlicher Rat, Expositus (Pfarrvikar) in Pedroß, behördliche Enthebung als Katechet
- Habicher, Ignaz, Kooperator in Agums-Prad, behördlicher Ausschluss vom Schulunterricht
- Hauser, Josef, Pfarrer in Aldein, behördliche Verwarnung, Androhung der Verbannung, Polizeiaufsicht
- Hell, Lorenz, Pfarrer in Hafling, behördliche Beschwerde gegen seine Person
- Hellrigl, Alois, Kooperator in Sterzing, behördliche Enthebung als Katechet
- Hueber, Gottlieb, Dekan von Kaltern, faschistisches Kesseltreiben, Unterrichtsverbot, Bedrohung, Flucht
- Innerhofer, Josef, Pfarrer in Eppan, Geldstrafe
- Jungmann, Josef Andreas, Jesuitenpater aus Sand in Taufers, faschistische Zeitungshetze gegen seine Person
- Kainz, Barnabas, Kurat in Tagusens-Kastelruth, behördliche Verwarnung, Androhung der Verbannung
- Kaserer, Anton, Kurat in Altrei im Fleimstal, Verbot deutscher Predigt, staatliches Verlangen nach Absetzung
- Kaufmann, Alois, Katechet in Palai, gewaltsame Entfernung durch Militär
- Knottner, Florian, Pfarrer in Eppan, Geldstrafe
- Kößler, Anton, Pfarrer in Naturns, Anzeige wegen Staatsverbrechens, Schwurgerichtsverhandlung, Freispruch
- Kofler, Franz, Kooperator in Vöran, behördliche Enthebung als Katechet
- Kerschbaumer, Kooperator in Kurtatsch, Hausdurchsuchung
- Kessler, Peter, Pfarrer in Vöran, gerichtliche Verfolgung
- Kofler, Franz, Kooperator in Nals, Enthebung als Katechet, Zwangsversetzung
- Kofler, Jakob, Kooperator in Kurtatsch, behördliche Verwarnung, Androhung der Verbannung, Polizeiaufsicht
- Kolb, Franz, Monsignore, Lehrer in Brixen, Ausweisung aus Südtirol
- Kravogl, Bonifaz, Deutschordenspriester in Lengmoos, Anzeige, Verweigerung der Staatsbürgerschaft
- Kröss, Sebastian, Pfarrer von Kurtatsch, Hausdurchsuchung, behördliche Enthebung als Katechet
- Kronbichler, Georg, Pfarrer in Vintl, Androhung von Abberufung, Konfinierung und Pensionsentzug, Verwarnung, Androhung der Verbannung, Polizeiaufsicht
- Kuntner, Johann, Kooperator in St. Walburg/Ultental, Verbannung nach Süditalien, Versetzung nach Latzfons
- Langer, Alois, Kooperator in Montan, behördliche Enthebung als Katechet
- Linder, Josef, Kooperator in Nals, behördliche Enthebung als Katechet
- Lintner, Anton, Pfarrer in Unterinn am Ritten, behördliche Verwarnung, Androhung der Verbannung
- Ludescher, Hermann, Ehrenkanonikus und Theologieprofessor in Brixen, faschistisch-tätlicher Schläger-Angriff
- Ludwig, Alfons Pater, Prediger und Exerzitienleiter in Gries, Hausdurchsuchungen, Verwarnung, Androhung der Verbannung
- H. M., Barmherzige Schwester, Lehrerin in Sterzing, Dienst-Enthebung, Verweigerung einer Pension
- Magagna, Paul, Pfarrer in Magreid, staatl. Beschwerden, Versetzung, Verlangen nach Absetzung, Verwarnung, Androhung der Verbannung
- Malpaga, Richard, Pfarrer in Latzfons, Verhaftung, Fesselung und Einlieferung in das Gefängnis, Verurteilung
- Michaeler, Georg, Kooperator in Latzfons, behördliche Verwarnung, Androhung der Verbannung
- Michaeler, Otto, Hilfspriester in Latsch, Pfarrprovisor in Karneid, behördliche Enthebung als Katechet
- Mischi, Peter, Expositus in St. Vigil in Enneberg, behördliche Enthebung als Katechet
- Moser, Josef, Dekan in Klausen, Verurteilungen, Polizeistrafe, Verwarnung, Androhung der Verbannung
- Müller, Anton, Monsignore, Ausweisung aus Südtirol
- Mur, Gandolf, Franziskanerpater und Katechet in Bozen, behördliche Enthebung als Katechet
- Narozny, Leo, Kurat in St. Michael bei Kastelruth, Landesverweis
- Neuhauser, Adolf, Deutschordenspriester und Kooperator in Lana, gerichtliche Anzeige
- Noggler, Arsenius, Pater und Lehrer in Bozen, Enthebung vom Schuldienst
- Oberdörfer, Johann, Pfarrer in Kollmann, gerichtliche Verfolgung, Freispruch
- Obkircher, Polycarp, Kooperator in St. Walburg im Ultental und Sarnthein, Enthebung als Katechet, Verwarnung, Androhung d. Verbannung
- Ortler, Johann, Frümesser in Schluderns, zeitweise behördliche Enthebung als Katechet
- Padöller, Josef, Pfarrer in Reschen, Geldstrafe, Arreststrafe, Enthebung als Katechet, Verbot des Religionsunterrichts im Widum
- Paldele, Johann, Pfarrer von Vierschach im Pustertale Misshandlung durch Finanzieri und Carabinieri
- Pardatscher, Josef, Kurat in Laurein am Nonsberg, behördliche Enthebung als Katechet
- Passler, Johann, Pfarrer in Gais im Tauferer Tal, Geldstrafe
- Perkmann, Paul, Pfarrer in Algund, vorübergehende Verhaftung, Verwarnung, Androhung der Verbannung
- Perkmann, Peter, Kooperator in Deutschnofen, Verwarnung, Androhung d. Verbannung, 2 Jahre Polizeiaufsicht
- Platter, Arnoldine, Barmherzige Schwester, Aufsichtsschwester der Kinderspielstube Innichen, Landesverweis
- Plattner, Jakob, Kooperator in Leifers, gerichtliche Anzeige
- Pobitzer, Otmar, Kaplan und Leiter eines Knabenasyls in Meran, behördliche Absetzung
- Posch, Julius , Monsignore, Prälat in Kaltern, behördliche Enthebung als Katechet
- Posch, Rudolf, Pater, Prediger und Exerzitienleiter in Gries, Journalist, Hausdurchsuchung
- Prackwieser, Josef, Pfarrer in Dorf Tirol, behördliche Enthebung als Katechet
- Prast, Firmin, Augustiner Chorherr und Lehrer in Brixen, behördliche Enthebung vom Schuldienst
- Prinoth, Johann, Pfarrer in Klausen, Geldstrafe, Ausschluss vom Schuldienst, Verwarnung, Androhung der Verbannung
- Reisigl, Anton, Pfarrer in Matsch, behördliche Enthebung als Katechet
- Riffeser, Richard, Pfarrer in St. Pauls, Verhaftung, kurze Einkerkerung, Verwarnung, Androhung der Verbannung, Polizeiaufsicht
- Rizzoli, Franz, Pfarrer in St. Jakob, Zwangsversetzung
- Rottensteiner, Alois, Pfarrer in Kampenn, Enthebung vom Schuldienst
- Rottensteiner, Josef, Seminarist in Muri-Gries, Enthebung vom Schuldienst, Verhaftung
- Saltuari, Peter, Pfarrer in Mölten, behördliche Enthebung als Katechet
- Schatz, Christian, Pfarrer in Untermais bei Meran, Enthebung als Katechet
- Schieder, Sabina, Klosterschwester und Lehrerin in Jenesien, Unterrichtsverbot
- Schöpf, Johann, Pfarrer in Agums-Prad, behördlicher Ausschluss vom Schulunterricht
- Schlechtleitner, Alois, Propst und Stadtpfarrer von Bozen, behördlicher Vorwurf der Staatsfeindlichkeit
- Schrott, Florian, Kooperator in Tisens, behördliche Verwarnung, Androhung der Verbannung
- Schullian, Heinrich, Kaplan in Kurtatsch, behördliche Beschwerden gegen seine Person
- Schweigkofler, Heinrich, Pfarrer in Oberau bei Bozen, gewalttätige Bedrohungen, Enthebung als Katechet, Verwarnung, Drohung mit der Verbannung, erzwungene Versetzung
- Siber, Gregor, Pfarrer in Laas, Geldstrafe
- Sparber, Franz X., St. Josefs-Missionar, Leiter d. Missionshauses in Brixen, Bedrohung durch Faschisten, Beschlagnahme des Missionshauses
- Stainer, Benno, Pater und Kooperator in Gries, behördliche Enthebung als Katechet
- Stemberger, Eduard, Kanonikus, Dekan und Pfarrer in Sand in Taufers, faschistische Zeitungshetze gegen ihn
- Stenizer, Hermann v., Kooperator in Kaltern, behördliche Enthebung als Katechet
- Stocker, Ignaz, Kooperator in Graun, behördliche Enthebung als Katechet
- Summerer, Michael, Kooperator in Lüsen, Verurteilung zu Kerkerhaft, Deportation auf Strafinsel im Mittelmeer
- Terleth, Johann, Pfarrer in Villnöß, Verhör, Geldstrafe, behördliche Verwarnung, Androhung der Verbannung
- Terzer, Bartholomäus, Pfarrer und Katechet in Holen bei Radein, Ausschluss vom Schuldienst
- Thaler, Joseph, Geistlicher und Redakteur, Bedrohung und Schließung seiner Zeitung
- Thaler, Korbinia, Barmherzige Schwester, Entlassung aus dem Schuldienst
- Tschurtschenthaler, Johann, Monsignore, Stadtkaplan von Brixen, Redakteur, Verwarnungen, Polizeiaufsicht
- Tumler, Martin, Dekan in Neumarkt, staatliche Schließung eines von ihm geförderten Kindergartens
- Vigl, Johann, Kurat in Proveis am Nonsberg, behördliche Enthebung als Katechet, Androhung von Waffengewalt
- Verdroß, Josef, Pfarrer in Nals, behördliche Enthebung als Katechet
- Wallnöfer, Maria, (Ordensschwester Ottilia) in Jensien, Unterrichtsverbot, gerichtliche Anzeige
- Weger, Albert, Kooperator in Tisens, behördliche Beschwerde gegen seine Person
- Weiskopf, Michael, Kaplan und Redakteur, Ausweisung aus Südtirol
- Wolf, Johann, Pfarrer in Sulden, Verbannung nach Süditalien
- Wolf, Theobald, Pater und Pfarrvikar von Wangen am Ritten, behördliche Ermahnung
- Wurzer, Viktor, Kooperator in Bozen, behördliche Enthebung als Katechet, Landesverweis
- Zangerle, Ignaz, Kurat in St. Nikolaus im Eggental, behördliche Enthebung als Katechet u. Verwarnung, Androhung der Verbannung
- Zemmer, Thomas, Kooperator in Salurn, staatliche Verfolgung und Versetzung
- Zia, Emanuel, Kurat in Laag, Hetze italienischer Zeitungen gegen seine Person
- Zoderer, August, Kooperator in Kaltern, behördliche Enthebung als Katechet
(Quelle: Helmut Golowitsch: „An der Seite des Volkes“, Neumarkt/Südtirol 2022)
Georg Dattenböck