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Die Deutsche Zentrumspartei

Die Deutsche Zentrumspartei
Erstellt von:
Felicia Rüdig
Veröffentlicht am:
24.09.2026

Die Deutsche Zentrumspartei ist heute eine deutsche Kleinstpartei. Ihre größte politische Bedeutung hatte sie im Kaiserreich und in der Weimarer Republik. Als Partei des politischen Katholizismus vertrat sie die Interessen der katholischen Bevölkerung im protestantisch dominierten Deutschen Reich. Zwischen 1917 und 1932 stellte sie fünf Reichskanzler.

Zeichnung nach historischem Bild, künstlich coloriert, des Wahlkampfes der Zentrumspartei zum Deutschen Reichstag 1930.

Die Partei nennt Dormagen als Sitz; ihre Postanschrift befindet sich in Neuss. Ende 2023 hatte sie nach eigenen Angaben rund 190 Mitglieder. Politisch ist sie vor allem auf kommunaler Ebene tätig. Die vier bisherigen Zentrumsratsmitglieder in Molbergen traten nach Angaben des CDU-Kreisverbandes im Mai 2026 aus der Partei aus und beantragten die Aufnahme in die CDU.

Durch den Beitritt ehemaliger AfD-Politiker gelangte das Zentrum vorübergehend wieder zu parlamentarischer Präsenz auf Bundesebene: Uwe Witt gehörte der Partei von Januar bis August 2022 als Bundestagsabgeordneter an. Mit Jörg Meuthen war sie von Juni 2022 bis September 2023 erstmals im Europäischen Parlament vertreten. Diese Mandate gingen auf Parteiwechsel zurück, nicht auf eigene Wahlerfolge.

Das Zentrum versteht sich als christlich, sozial und konservativ. Zu seinen erklärten Zielen gehören eine weltweite Friedenspolitik und ein sozial ausgeglichenes Europa als Konföderation eigenständiger Staaten. Es lehnt Schwangerschaftsabbrüche ab und steht der Lebensrechtsbewegung nahe.

Die Kommunikation mit der Partei ist schwierig. Die Website zentrumspartei.de enthält ein Impressum mit einer Email-Adresse, jedoch ohne Telefonnummer. Die Dormagener Fraktion zumindest veröffentlicht eine telefonische Kontaktmöglichkeit.

Eine Interessentin erhielt 2025 angeforderte Unterlagen in einer unzureichend frankierten Sendung und musste Nachporto bezahlen. Telefonische Nachfragen ihres Ehemannes blieben ohne Ergebnis. Der Vorgang wirft Fragen zur organisatorischen Sorgfalt auf.

Zwischen der historischen Bedeutung des Zentrums und seiner heutigen politischen Rolle liegt eine erhebliche Diskrepanz. Dieser Bedeutungsverlust ist bedauerlich.

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