Bonner Pützchens Markt: Vom Wallfahrtsort zum Volksfest
Pützchens Markt ist eines der größten Volksfeste Deutschland. Jedes Jahr im September zieht der Pützchens Markt tausende Besucher aus der Region und darüber hinaus an. Was viele der Besucher nicht wissen, dass der Ursprung dieses Jahrmarktes in der Verehrung der heiligen Adelheid von Vilich, einer Äbtissin des nahegelegenen Benediktinerinnenklosters liegt.
Die Geschichte geht zurück auf das 11. Jahrhundert, als eine schwere Dürre das Dorf Vilich heimsuchte. Die heilige Adelheid hat durch ihr Gebet eine Quelle zum Sprudeln gebracht und so die Dürre beendete. Diese Quelle, die „Pützchen“ genannt wurde – abgeleitet vom rheinischen Wort „Pütz“ für Brunnen –, wurde als heilig betrachtet und lockte bald Pilger aus der Umgebung an. Am 30. Todestag der Klostergründerin wusch sich ein Blinder an der Quelle die Augen und erlangte dadurch sein Augenlicht zurück.
Schon um das Jahr 1367 entstanden regelmäßige Wallfahrten zu dieser Quelle. Die Pilger, die von nah und fern kamen wegen der heilenden Kräfte des Wassers. Mit der wachsenden Zahl der Wallfahrer entwickelte sich um die Quelle herum ein Markt, auf dem Händler ihre Waren und Lebensmittel anboten. Dieser Markt sollte die Pilger während ihrer Reise versorgen und begann, allmählich ein Eigenleben zu entwickeln.
Im Laufe der Jahrhunderte wuchs dieser Markt stetig. Aus der anfänglichen Versorgung der Pilger entwickelte sich ein großes Handelsereignis, das nicht mehr nur auf religiöse Besucher beschränkt war. So entstand die heutige Kirmes. Aber auch die Wallfahrt zur heiligen Adelheid und zur Quelle, die einst von der heiligen Adelheid zum Sprudeln gebracht wurde, wird jedes Jahr vor dem Jahrmarkt eine Woche lang gehalten. Bis heute gehört das Waschen der Augen mit dem Wasser des Brunnens zu einem traditionellen Wallfahrtsritual.
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