Ein Ofen, den keiner will
In Beringen baut das US-Unternehmen „Stack Infrastructure“ ein Rechenzentrum mit 36 Megawatt Leistung. Der Beringer Gemeinderat bewilligte für das Rechenzentrum 55.000 Kubikmeter Wasser pro Jahr, also 150.000 Liter Trinkwasser pro Tag.
Das trinken nicht die Mitarbeiter, sondern das wird als Kühlwasser für die Computer gebraucht. Beantragt hat das Rechenzentrum das Sechsfache. Ob die jetzt genehmigte Wassermenge reicht, entscheidet letztlich das Wetter: Die Anlage hängt am öffentlichen Trinkwassernetz, am selben Netz also wie die Haushalte, und in einem heißen Sommer brauchen die Server am meisten Kühlwasser.
Und ein heißer Sommer ist meist auch ein trockener: Dann sinken die Quellen und Grundwasserspiegel, aus denen das Trinkwasser kommt. Es wird knapp für alle. Die Server aber laufen rund um die Uhr, abstellen ist keine Option. Also müsste die Gemeinde noch tiefer ins schrumpfende Grundwasser greifen. Oder Wasser bei anderen Gemeinden zukaufen. Wasserknappheit? Kein Problem. Hauptsache, wir können die KI fragen, was wir bei Wasserknappheit tun müssen.
Das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) berichtet über die Errichtung von drei Rechenzentren in der Gemeinde Dielsdorf. Diese drei Rechenzentren allein werden 36 Megawatt verbrauchen. Das ist siebenmal so viel Strom, wie die Gemeinde bisher verbraucht hat.
Adrian Altenburger, Professor an der Hochschule Luzern, geht davon aus, dass bis ins Jahr 2030 der Stromverbrauch der Rechenzentren zirka 15 Prozent des gesamten Stromverbrauchs der Schweiz ausmacht. Das wäre mehr als der gesamte Kanton Zürich im Jahr 2023 verbrauchte.
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