Das Museum Abtei Liesborn
Das Museum Abtei Liesborn ist ein Museum für Kunst und Kulturgeschichte in Liesborn. Es befindet sich in der barocken Abtsresidenz der ehemaligen Benediktiner-Abtei Liesborn. Das herausragende Exponat des Museums ist das Liesborner Evangeliar.
Träger des Museums ist der Kreis Warendorf. Das liegt daran, dass Liesborn in eben diesem Kreis liegt.
Das Museum Abtei Liesborn wurde 1966 mit nur zwei Räumen als Ausstellungsort gegründet. Im Laufe der Zeit entwickelte sich das Museum bis zur Belegung aller Räume der Abtei mit einer Fläche von 2.500 m².
Der Sekundärliteratur zufolge ist dies das größte Museum des Kreises Warendorf sowie eines der „bedeutendsten“ Museen des Münsterlandes. Mit etwa 20.000 Besuchern im Jahr zählt das Museum zu den oberen 25 Prozent der meistbesuchten Museen in Deutschland. Das Museum Abtei Liesborn wurde mit der Auszeichnung guter Bauten 2006/2007 (BDA Münster – Münsterland) und Auszeichnung Vorbildlicher Bauten in Nordrhein-Westfalen 2005 (Land NRW/Architektenkammer NRW) bedacht.
Anlässlich der Heimkehr des Liesborner Evangeliars wurde das Museum in Teilen umgebaut, dessen Dauerausstellung neu gestaltet und am 14. Mai 2023 eröffnet.
Das Museum ist in einem riesigen weißen Gebäude untergebracht, dessen Nutzung sich nicht auf den ersten Blick erschließt. Der Haupteingang ist an einem Ort untergebracht, den der Ortsunkundige Besucher auf den ersten Blick für einen Nebeneingang hält.
Im Stockwerk „S“ (wie Souterrain) betritt der Besucher das Gebäude. Hier gibt es die Garderobe sowie die Sanitäranlagen. Dann geht es mit dem Aufzug (das Gebäude ist faktisch barrierefrei und somit auch für den mobilitätseingeschränkten Besucher sehr gut nutzbar) rauf in die Etage „E“ (wie „Erdgeschoss“). Hier ist der Empfangs- und Kassenbereich. Lobenswert: Der Eintritt ist frei. Löblich: Die Dame dort ist freundlich und hilfsbereit. Tadelnswert: Im kleinen Museumsladen gibt es weder Postkarten noch einen gedruckten Museumsführer (der ist zwar angekündigt, liegt aber wohl noch nicht vor), geschweige denn einen Hör-Museumsführer.
Das Liesborner Evangeliar ist eine Kostbarkeit. Ihm wird ein eigener Bereich auf dieser Etage eingeräumt. Lichtempfindlich ist das Objekt offensichtlich – Zugang sowie Aufbewahrungshalle sind jedenfalls abgedunkelt. Stolperfallen für den Besucher gibt es zum Glück keine, dafür Handläufe zum Festhalten und zur Orientierung.
Im 2. Stock gibt es die Dauerausstellung zu sehen. Sie zeigt bürgerliche Wohnkultur des 19. Jahrhunderts; im Vordergrund steht allerdings die Abtei Liesborn. Ganz traditionell gibt es hier Gemälde, Möbelstücke, Bekleidung und ähnliches zu sehen.
Lesetäfelchen an den Wänden erklären das jeweilige Ausstellungsstück; längere Lesetexte an den Wänden sind Fehlanzeige.
Die oben erwähnte Sonderausstellung ist eher konventionell – hier machen die Zeichnungen den Hauptteil der Kunstpräsentation aus.
Die „Etage 2“ sozusagen im 3. Stock ist einer Ausstellung von Kreuzen vorbehalten, wozu auch Jesus-Figuren gehören. Hier sind Kreuze aus unterschiedlichen Materialien zu bewundern. Unangenehm: Es fehlen erklärende Informationen. Lesetafeln? Hörstationen? Videos? Ein kleines Kino? Den Kuratoren scheint dies alles unbekannt zu sein.
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