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Der Euro hat uns ärmer gemacht

Der Euro hat uns ärmer gemacht
Erstellt von:
Mag. Christian Ebner, Obmann der Christlich Freisinnige Union (CFU)
Veröffentlicht am:
15.09.2026

Angesichts der Ankündigung der AfD-Bundessprecherin Alice Weidel, dass eine von der AfD geführte Bundesregierung den Euro durch eine neue deutsche Währung ersetzen würde, haben etliche EU-freundliche Journalisten und Politiker die Behauptung aufgestellt, dass die Wiedereinführung einer nationalen Währung, egal ob in Deutschland oder Österreich, die betreffenden Länder infolge einer zu erwartenden Aufwertung ärmer machen würde.

Mag. Christian Ebner, Obmann der Partei CFU (Christlich Freisinnige Union), vor der Österreichischen Nationalbank.
Bildautor: Albert Engelmann

Diese Behauptung ist schlichtweg falsch. Der Wechselkurs einer Währung ist die Folge der wirtschaftlichen Entwicklung eines Landes. In den Jahrzehnten vor der Einführung des Euro verlor die italienische Lira immer wieder an Wert gegenüber den Hartwährungen wie dem österreichischen Schilling, der deutschen Mark oder dem Schweizer Franken, weil die Inflation in Italien höher war und das Land gegenüber Österreich, Deutschland und der Schweiz an Wettbewerbsfähigkeit verlor. Der Euro ist nun eine viel weichere Währung als der Schweizer Franken. Die Inflation ist in der Schweiz deutlich niedriger als im Euroraum. Bei Einführung des Euro am 1. Jänner 1999 war ein Euro 1,61 Franken wert, derzeit sind es nur noch 0,93 Franken. Dies spiegelt auch die unterschiedliche Entwicklung des Wohlstands wider: Im Jahr 1998, also im Jahr vor der Euro-Einführung, betrug das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf in der Schweiz rund 43.000 US-Dollar, in Österreich hingegen rund 27.200. Das heißt, die Schweizer waren im Durchschnitt um ca. 58 Prozent reicher als die Österreicher. Im Jahr 2024 betrug das BIP pro Kopf in der Schweiz ca. 104.700 US-Dollar, in Österreich hingegen nur 57.200. Die Schweizer waren somit im Durchschnitt um zirka 83 Prozent reicher als die Österreicher. Dieser wachsende Vorsprung der Schweiz ist wohl nicht nur der inflationshemmenden Geldpolitik des Landes zu verdanken, sondern auch der Tatsache, dass die Schweiz nicht Mitglied der EU ist und somit nicht dem EU-Recht unterworfen ist. In der Folge müssen Unternehmen in der Schweiz viel weniger bürokratische Vorschriften einhalten als jene in Österreich.

Für eine Währung zählt natürlich nicht nur der Vergleich mit dem Ausland, sondern auch, wie wertstabil sie im Inland ist. Auch hier zeigt sich ein negatives Bild: Seit 2014 leiden wir in Österreich durchwegs unter einer sogenannten negativen Realrendite, das heißt, die Zinsen für zehnjährige österreichische Staatsanleihen sind niedriger als die Inflation. Das bedeutet, dass der Sparer zusehen muss, wie sein Erspartes an Wert verliert. Fairerweise muss man sagen, dass dies nicht nur an der inflationstreibenden Geldpolitik der EZB, sondern auch an der inflationstreibenden Budgetpolitik diverser Bundesregierungen liegt. Insgesamt muss man jedoch sagen, dass wir vor der Euro-Einführung, in den Jahren 1965 bis 1998, durchwegs positive Realrenditen hatten. Der Euro hat uns aus Sicht der Wertstabilität definitiv ärmer gemacht.

Was würde nun passieren, wenn Österreich aus der EU austritt, der EFTA beitritt und im Zuge dessen einen Freihandelsvertrag mit der EU abschließt? Die EFTA hat zwar nur vier Mitglieder (Schweiz, Liechtenstein, Norwegen und Island), verfügt aber ähnlich wie die EU über Freihandelsverträge mit vielen Drittstaaten. Das heißt, der Handel mit diesen Staaten würde wie bisher weiterverlaufen. Dank des Freihandelsvertrags mit der EU würde auch der Handel mit der EU stabil bleiben. Der Wegfall des EU-Rechts wäre jedoch der größte Abbau von Bürokratie in der Geschichte Österreichs, was unser Land enorm entlasten und wettbewerbsfähiger machen würde. Infolgedessen würde die neue österreichische Währung ähnlich dem Schweizer Franken im Zeitverlauf an Wert zulegen und die Österreicher wohlhabender machen. Ein Euro-Austritt ohne EU-Austritt würde hingegen deutlich weniger Änderungen mit sich bringen.

 

Mag. Christian Ebner (*1970 in Krems) ist als selbstständiger Unternehmensberater tätig und Obmann der Partei CFU (Christlich Freisinnige Union)

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