Anneliese Michel – was geschah damals?
Die Studentin Anneliese Michel war von einer Vielzahl von Dämonen besessen. Die Dämonen sagten während eines Exorzismus, dass sie Anneliese am 1. Juli verlassen werden. Die Dämonen sagten die Wahrheit, sie sagten aber nicht dazu, dass dieser Tag auch ihr Sterbetag werden würde. Anneliese Michel starb am 1. Juli 1976 in Klingenberg. Ihr seelisch-geistliches Martyrium war damit zu Ende. Die Redaktion des „13.“ hat seit seiner Gründung im Jahr 1985 immer wieder über diese junge besessene Frau und ihren schrecklichen Tod berichtet. Viele Leser des „13.“ denken bis heute über die Vorfälle von damals nach und versuchen diese Vorfälle im Wissen unserer heutigen Zeit einzuordnen.
Der Weinort Klingenberg liegt etwa 23 Kilometer und fünf Orte von meiner Marktgemeinde entfernt. Von der B469 aus gesehen fallen die Weinberge auf, auf einem von ihnen thront die Klingenburg, wo jedes Jahr Festspiele stattfinden. Des Weiteren ist Klingenberg bekannt für seinen Wein, zum Beispiel den Bocksbeutel, und ein weltweit einzigartiges Bergwerk, in dessen Mine eine Graphitart gefördert wurde, die für Blei- und Buntstifte verwendet wurde.
Weltweit bekannt wurde Klingenberg jedoch durch den Exorzismus an der Klingenberger Studentin Anneliese Michel. Sie wurde am 21. September 1952 in Leiblfing geboren und verstarb am 1. Juli 1976 in Klingenberg am Main. Sie war Studentin der Religionspädagogik.
Im September 1968 erlitt Anneliese einen ersten Anfall. Und ab da teilten sich die Meinungen: ein Teil glaubte, es sei Epilepsie, der andere sprach von dämonischer Besessenheit. Die Leiterin einer Wallfahrt in dem marianischen Wallfahrtsort San Damiano ging von einer Besessenheit aus. Von der Schulmedizin wurde sie mit Medikamenten gegen Epilepsie behandelt. Am 16. September 1975 ordnete Bischof von Würzburg, Josef Stangl, den großen Exorzismus nach dem Rituale Romanum an. Die beiden Priester Ernst Alt und Arnold Renz SDS beteten den Exorzismus für Anneliese.
Was ging in Anneliese wirklich vor sich – wer hatte recht?
Beim Exorzismus kamen tiefe drohende Stimmen aus ihr, die in YouTube angesehen werden können. Doch dies ist nicht mein Kernthema, denn das kann jeder im Internet abrufen.
Mein Thema beginnt später. Da ich vieles nicht protokollierte, schreibe ich hier woran ich mich erinnern kann. Leider kann ich mich an die exakten Tage nicht mehr genau erinnern, es war in den 90er Jahren.
Der alte Mann am Grab
Ich war zur Grabpflege an unserem Familiengrab, als ich ihm begegnete. Wir kamen ins Gespräch und wir merkten schnell, dass wir in Fragen der Politik und der Religion ähnlicher Meinung waren. Sein Name war Joseph und er kam aus Künzelsau, um das Grab eines Verwandten zu besuchen. Ich spreche in der Vergangenheit, denn er war damals 80 und ich habe lange nichts mehr von ihm gehört. Wir tauschten Mails und WhatsApp aus. Einmal startete er eine Protestaktion gegen die politischen Verhältnisse und fragte mich, ob er meinen Namen mit als Unterstützer verwenden darf, was ich bejahte. Ein paar Wochen später erhielt ich einen Anruf der Kripo, um mich einzuschüchtern. Ich ließ den Beamten abblitzen. Ich komme später noch auf Joseph zurück.
Satanssekte
Eine Satanssekte zelebrierte nachts am Grab von Anneliese dämonische Rituale. Was ich nicht wusste: meine jüngste Tochter, damals 15, war auch mit dabei. Dann war meine Bank-Card weg und es wurden von meinem Konto Abbuchungen gemacht. Ich rief in Aschaffenburg einen Kripo-Beamten an, den ich persönlich gut kannte. Er befragte meine Tochter und sie gestand, dass sie die Karte entwendet hatte. Die PIN wusste sie, da meine Frau sie öfter zum Geldabheben geschickt hatte.
Wir fanden die Karte bei einer türkischen Familie im Miltenberger Schwarzviertel. Sie hatten mein Geld ihrer Sekte einverleibt und ich konnte es leider nicht zurückbekommen.
Spinnereien
Die Brände an Sägewerken nahmen hier in der Gegend in den 90ern sprunghaft zu. Viele Spinner behaupteten, dass sie in den Flammen das Gesicht von Anneliese Michel gesehen hätten.
Es gab auch die Erzählung, dass ein Motorradfahrer, der auf der Straße am Friedhof Klingenberg sich zum Grab der Anneliese umdrehte, stürzte und sich das Genick brach. Bewiesen ist das nicht.
Der Bestatter führte auch eine Exhumierung durch
Am 25. Februar 1978 erfolgte die Exhumierung der Verstorbenen auf dem Friedhof von Klingenberg. Zur Begründung des Schritts gaben Anna und Josef Michels, die Eltern von Anneliese, an, dass der Leichnam aus dem zur Bestattung verwendeten hölzernen Kindersarg in einen mit Zink ausgeschlagenen Eichensarg umgebettet werden solle. Im Hintergrund stand vermutlich auch die Behauptung einer Laienschwester, Anneliese Michel sei ihr erschienen und habe angekündigt, dass ihr Körper unverwest sei, wodurch die übernatürliche Natur des Geschehens belegt werde.
Das Besondere war, dass nur auserwählte Personen und der Bestatter Einblick in den Sarg haben durften und zum Stillschweigen verpflichtet wurden. Alle bezeugten, dass der Leichnam stark verwest war und ein übler Geruch sich verbreitete.
Dann bekam ich eine Mail von Joseph mit einem Statement des Bestatters. Dieser teilte mit, dass er massiv bei der Exhumierung unter Druck gesetzt wurde bezüglich seiner Aussage. Er sagte dort, dass er unheilbar an Krebs erkrankt sei und seine Lebenszeit sehr begrenzt ist. Deshalb werde er jetzt die Wahrheit sagen, da er nichts mehr zu verlieren habe und nicht mit einer Lüge vor Gott treten möchte: Der Leichnam der Anneliese war tatsächlich unverwest.
Wer ihn unter Druck setzte und aus welchem Grund weiß ich nicht. Ich gebe das alles hier nur so wieder, wie ich es bekommen und erlebt habe. Es gibt viele offene Fragen – nicht nur in diesem Fall… Von Joseph habe ich nie wieder etwas gehört – leider.
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Die Eltern haben also kaum noch Stress mit der Beaufsichtigung ihrer Kinder. „Den Kindern gefällt es“? Oder vielleicht auch nicht, denn sie kennen es ja nicht anders. Zumindest beruhigen sich die Eltern mit dieser Aussage.