Zurück zur Übersicht

Pallium – die „Hülle“ der Päpste und Erzbischöfe

Pallium – die „Hülle“ der Päpste und Erzbischöfe
Erstellt von:
Christine Pies
Veröffentlicht am:
03.10.2026

Ein Pallium ist ein weißes, mit schwarzen oder roten Kreuzen versehenes, ringförmiges Wollband mit zwei länglichen Streifen, das um die Schultern auf das Messgewand gelegt wird und von dem ein Streifen über die Brust, der andere über den Rücken herabfällt. Die Enden der beiden Streifen sind mit in schwarze Seide eingenähten Bleiplättchen beschwert. An den Kreuzen befinden sich Schlaufen, durch die kostbare Nadeln gezogen werden können. Nur Päpste und Erzbischöfe tragen dieses Wollband, das ursprünglich ein mantelähnliches Obergewand der hohen römischen Beamten war.

Artikel 2026 09 Pallium die Huelle der Paepste und Erzbischoefe
Zwei mit Rosen geschmückte Lämmer liegen in Körben auf dem Altar der Basilika Sant’Agnese fuori le mura.
Albert Engelmann / Clara

Ein Teil der Wolle für die Pallien kommt von zwei Lämmern, die am 21. Januar, dem Gedenktag der heiligen Agnes, in der Kirche in Rom gesegnet werden, in der sich auch das Grab der heiligen Agnes befindet. Schon am Vortag der Segnung werden die beiden Lämmer von den Mönchen der Trappistenabtei Tre Fontane, wo sie aufgezogen wurden, zum Kloster der Schwestern der Heiligen Familie von Nazareth auf dem Esquilin gebracht. Danach werden die Tiere gewaschen und dürfen sich ausruhen.

Am frühen Morgen des nächsten Tages schmücken die Schwestern die Tiere mit einem Umhang und Rosen. Bei dem einen Lamm ist er rot, zum Gedenken an das Martyrium der heiligen Agnes, beim anderen weiß, zum Gedenken an ihre Jungfräulichkeit. Ein Wagen bringt die beiden Lämmer in Körben zur Basilika Sant’Agnese fuori le mura an der Via Nomentana, wo sie auf dem Altar gesegnet werden.

Im Kloster Santa Cecilia in Trastevere werden die beiden Tiere in der Karwoche geschoren. Am Gründonnerstag wird die Wolle im Petersdom auf dem Grab des Apostels Petrus gesegnet, anschließend werden daraus Pallien gewebt. Die Wollbänder werden mit sechs schwarzen Kreuzen bestickt, die an die Wunden Christi erinnern. Durch die Schlaufen können drei kostbare goldene Nadeln, die Acicula, gezogen werden, die die drei Nägel der Kreuzigung symbolisieren.

Papst Leo XIV. selbst trägt das päpstliche Pallium seit dem 18. Mai 2025. Am Vorabend des Festes der Apostel Petrus und Paulus, am 28. Juni jeden Jahres, werden die neuen Pallien in den Petersdom gebracht und in einem goldenen Behältnis über dem Petrusgrab beim Hauptaltar abgelegt, wodurch sie zu Berührungsreliquien werden. Am 29. Juni, dem Festtag von Petrus und Paulus, segnet Papst Leo XIV. die Pallien und legt sie jenen neuen Erzbischöfen an, die Vorsteher einer Kirchenprovinz sind.

Das Pallium erinnert an die Lämmer, die der auferstandene Herr dem Petrus zu weiden aufgetragen hat, und es ist ein Bild für das verlorene Schaf, das der gute Hirte auf Seine Schultern legt und zu Seiner Herde zurückbringt.

Christine Pies

Jetzt „Der 13.“ digital abonnieren!

Ein Abo erneuert sich automatisch.
Ein Abo kann jederzeit gekündigt werden.

Monatsabo digital
4,00 EUR pro Monat
  • Alle Artikel auf www.der13.com
  • Die aktuelle Druckausgabe als pdf-Datei
  • Alle pdf der Druckausgabe seit 2016
Jetzt abonnieren
Jahresabo digital
39,00 EUR pro Jahr
  • Alle Artikel auf www.der13.com
  • Die aktuelle Druckausgabe als pdf-Datei
  • Alle pdf der Druckausgabe seit 2016
Jetzt abonnieren
Jahresabo print
65,00 EUR pro Jahr
  • Die Druckausgabe monatlich (11 Mal im Jahr)
  • Die Bezahlung erfolgt über die Internetseite
Jetzt abonnieren
Jahresabo digital + print
100,00 EUR pro Jahr
  • Die Druckausgabe monatlich (11 Mal im Jahr)
  • Alle digitalen Artikel auf www.der13.com
  • Alle pdf der Druckausgabe seit 2016
Jetzt abonnieren

Weitere Artikel aus der Kategorie Leserbriefe lesen

Leserbriefe Eine Million Kinder beten den Rosenkranz
Christine Pies stellt die Gebetsaktion „Eine Million Kinder beten den Rosenkranz“ von KIRCHE IN NOT vor. Höhepunkt ist der 7. Oktober, das Rosenkranzfest.
Christine Pies |
Leserbriefe „Der 13.“ – woher der Name kommt
Der Name „Der 13.“ erinnert an Fátima. Ulfried Ritter schildert das Sonnenwunder vom 13. Oktober 1917, das Zehntausende Menschen miterlebten.
Ulfried Ritter |
Leserbriefe Die leoninischen Gebete
Evi Schmid erinnert an die Vision Papst Leos XIII., an das Gebet zum heiligen Erzengel Michael und an die leoninischen Gebete, die wieder eingeführt werden sollten.
Evi Schmid |
Leserbriefe Hildegard von Bingen – aktueller denn je
Christine Pies erinnert an die heilige Hildegard von Bingen: Äbtissin, Heilkundige und Kirchenlehrerin, deren Lebensweisheiten heute aktueller sind denn je.
Christine Pies |
Leserbriefe Danke an Pfarrer Wagner
Sofie Christoph dankt Pfarrer Dr. Gerhard Maria Wagner für seine Worte über den Apostel Thomas, dessen Bekenntnis ihn als Missionar bis nach Indien führte.
Sofie Christoph |
Leserbriefe Zu Anneliese Michel
Martin Dissertori aus Eppan antwortet auf den Beitrag über Anneliese Michel: Statt sich in das Wirken der Dämonen hineinzusteigern, soll man auf den Heiligen Geist blicken.
Martin Dissertori |
Leserbriefe Starke Familien für ein starkes Land
Dr. Rudolf Gehring antwortet auf Kanzler Stockers Aussage zur Familienarbeit und fordert, dass Familienarbeit als vollwertiger Beruf anerkannt wird.
Dr. Rudolf Gehring |
Leserbriefe Keine „Taufe“ für Hunde
Dr. Rudolf Gehring kritisiert die „Hundetaufe“ mit Heiliger Messe im Militärhundezentrum Kaisersteinbruch. Ein Tier ist kein Ebenbild Gottes und darf nicht getauft werden.
Dr. Rudolf Gehring |
Leserbriefe Ist das christlich?

Passt es auch ins christliche Weltbild, wenn jemand mit 2,48 Promille Auto fährt und in diesem Zustand einen Menschen verletzen könnte? Wer nur gelegentlich Alkohol trinkt, würde wohl kaum mit einem so hohen Promillewert am Vormittag mit dem Auto durchs Burgenland fahren.

Doris Talafant |
Leserbriefe Die Deutsche Zentrumspartei

Die Partei nennt Dormagen als Sitz; ihre Postanschrift befindet sich in Neuss. Ende 2023 hatte sie nach eigenen Angaben rund 190 Mitglieder. Politisch ist sie vor allem auf kommunaler Ebene tätig.

Felicia Rüdig |
Leserbriefe Zum Beitrag der AFD-Landtagsabgeordneten Vanessa Behrendt

Die AFD kann stolz darauf sein, solche Mitglieder in ihren Reihen zu haben. Aus meiner Sicht sollte es Aufgabe und Pflicht des Staates sein, schwangeren Frauen in schwierigen Situationen hilfreich beizustehen, sowohl moralisch als auch finanziell.

Rolf Plewka |
Leserbriefe Erzbischof Carlo Maria Viganò verteidigt Reiner Füllmich
Erzbischof Carlo Maria Viganò ist wahrlich mutig. Wenn ein Mann mit seiner öffentlichen Reichweite klar Ross und Reiter benennt, begibt er sich in Lebensgefahr, sage ich.
Margit Steinwender |

Online Spenden

Wir sind von Ihren Spenden abhängig. Dafür können wir unabhängig berichten.